"Wie ein echter Gegenspieler"
Sind begeistert: (von links) Joe Simunic, Kevin Stuhr Ellegaard, Torwart-Trainer
Enver Maric, Co-Trainer Sven Kretschmer, Christian Fiedler, Nico Pellatz und
Torwart-Trainer Nello di Martino
 
  Berlin - Sie stehen meist völlig teilnahmslos in der Gegend rum und bewegen sich während einer Trainingsübung keinen Zentimeter. Dennoch sind die neuen mit Hose, Stulpen und einem freundlichen Lächeln ausgestatteten Gummipuppen, die Hertha BSC seit neuestem im Training benutzt, die perfekte Imitation eines möglichen Gegenspielers.

Fiedler: „Gut bei Strafraumsituationen“
Herthas Torhüter-Team ist begeistert: "Vor allem beim Trainieren der Strafraumbeherrschung sind die AIR-Bodys bei uns fester Bestandteil des Trainings. Wir postieren sie im gesamten Strafraum und schlagen dann Flanken in die Mitte. Der jeweilige Torhüter muss sich dann orientieren, gegebenenfalls um einen AIR-Body herumlaufen und den Ball abfangen", sagt Torwart-Trainer Enver Maric und Christian Fiedler ergänzt: "Dadurch, dass die AIR-Bodys von der Größe und dem Körperbau her einem normalen Menschen entsprechen, simulieren sie die Undurchsichtigkeit bei Strafraumsituationen sehr gut."
Diese Eigenschaft hat der AIR-Body seiner Konstruktion zu verdanken. Er ist 1,90m groß und aus einem besonders belastbaren Kunststoffmaterial gefertigt, das vor allem in der Medizintechnik zum Einsatz kommt. Somit ist er resistent gegen Ellbogenchecks, Fußtritte oder eben herannahende Torhüter. Außerdem ist beim AIR-Body im Fußbereich mehr Gewebe verwendet worden, damit er gegen die Stollen der Spieler gefeit ist. Dies ermöglicht eine lange Nutzungsdauer ohne normalerweise zu erwartende Schäden und das, obwohl die AIR-Bodys mit Luft gefüllt sind. Dabei sorgt der 12,5 Kilogramm schwere gusseiserne Fuß dafür, dass die Puppen nicht vom Winde verweht werden.

Schneller Aufbau
Ein weiterer Vorteil ist der schnelle Aufbau vor dem Training. Innerhalb von 20 Sekunden ist die Gummipuppe auf dem Eisenfuß befestigt und einsatzbereit, was Nello di Martino, Herthas zweiter Torwarttrainer hervorhebt: "Sie sind sehr flexibel einsetzbar. Wenn wir mal einen mehr brauchen, haben wir ihn innerhalb weniger Sekunden aufgebaut." Das ist auch einer der Gründe, warum Chefcoach Karsten Heine von den AIR-Bodys begeistert ist. Heine: "Außerdem ist die Verletzungsgefahr gleich Null, sowas mag man als Trainer natürlich." Wo und wie der Hertha-Trainer die AIR-Bodys im Training einsetzt, will er zwar nicht verraten, "da fallen mir aber einige interessante Übungen ein", so der Coach.
Heine wird gefallen, dass der Aufwand den seine Spieler betreiben müssen, um beispielsweise einen AIR-Body zu umkurven, wesentlich höher ist als wenn dort lediglich eine Fahnenstange stehen würde. Vor allem beim Technik- und Zweikampftraining ist diese Eigenschaft von Vorteil. Die Floskel: "Der hat euch stehen lassen, wie Fahnenstangen" hat jedenfalls ausgedient. Den AIR-Bodys sei Dank.
 
 
Christian Fiedler